Am 10. Oktober 2026 stand für mich (Mirko) ein ganz besonderes Ziel auf dem Programm: der MegaMarsch
Frankfurt über 100 Kilometer. Die Herausforderung dabei: Die Strecke innerhalb der vorgegebenen Zeit zu
bewältigen.
Um herauszufinden, ob dieses Ziel realistisch ist, standen bereits im September zwei anspruchsvolle
Testläufe auf dem Plan. Dabei sollte nicht nur die körperliche Form, sondern auch die mentale Belastbarkeit
über lange Distanzen überprüft werden.
Den Auftakt machte am 13. September 2026 der BECK HochRhön-BergTrail in Hilders. Auf 42,5 Kilometern
mussten dabei 1.425 Höhenmeter bewältigt werden. Für mich war es bereits die dritte Teilnahme an diesem
Lauf, und ich bin nach wie vor ein absoluter Fan der Veranstaltung. Eine wunderschöne Strecke,
hervorragend organisierte Verpflegungspunkte und zahlreiche engagierte Helfer machen diesen Lauf jedes
Jahr zu einem besonderen Erlebnis. Eine klare Empfehlung für alle Trailrunning-Begeisterten!
Nur sechs Tage später ging es bereits weiter. Beim Xtrem Marsch im Taunus standen 50 Kilometer und 1.219
Höhenmeter auf dem Programm. Es war mein erster Start bei dieser Veranstaltung, bei der vom Wandern bis
zum Joggen alles willkommen ist und gleichzeitig Geld für gemeinnützige Projekte gesammelt wird.
Gemeinsam mit Marc ging ich hochmotiviert an den Start. Im geplanten Run-Walk-Rhythmus meisterten wir
die Strecke durch den Taunus souverän. Spätestens im Ziel war uns klar: Frankfurt ist machbar.

Der große Tag
Am 10. Oktober war es dann endlich soweit. Mit reichlich Lampenfieber, einem rund sechs Kilogramm
schweren Rucksack und meinem Begleiter Marc stand ich um 13 Uhr in der letzten Startgruppe am
Brentanobad in Frankfurt.

Marc, ein ehemaliger Arbeitskollege, hatte bereits mehrfach beim MegaMarsch teilgenommen und begleitete
mich als erfahrener Unterstützer durch die gesamte Veranstaltung. Mein persönliches Ziel war ehrgeizig: die
100 Kilometer in weniger als 20 Stunden zu schaffen.
Die erste Verpflegungsstation erreichten wir nach 20 Kilometern. Bis dahin waren wir noch etwas langsamer
unterwegs als geplant. Die Strecke war zwar überwiegend flach, aber die große Anzahl an Teilnehmern
machte ein zügiges Vorankommen nicht immer einfach.
Auf dem Weg zur zweiten Verpflegungsstation bei Kilometer 38,8 erhöhten wir das Tempo, um noch vor
Einbruch der Dunkelheit dort anzukommen. Leider hatte ich mir durch Gels und die Verpflegung an der ersten
Station den Magen verdorben. Die Beschwerden machten mir auf diesem Abschnitt ordentlich zu schaffen,
und mehr als einmal spielte ich mit dem Gedanken aufzugeben.
Zum Glück blieb es nur bei dem Gedanken.
Mit Beginn der Dunkelheit erreichten wir die zweite Verpflegungsstation. Jetzt hieß es, sich für die Nacht
vorzubereiten: lange Hose, Langarmshirt, Jacke und Warnweste anziehen, Getränke auffüllen und weiter
geht's. An dieser Stelle möchte ich auch Marc's Vater erwähnen, der mir zwei Magentabletten gab. Die
Wirkung setzte erfreulich schnell ein und ich konnte wieder deutlich besser laufen.
Mit Stirnlampe und neu gewonnenem Elan ging es weiter Richtung dritte Verpflegungsstation bei Kilometer
65,8. Dieser Abschnitt hatte es in sich. Mehrere steile Anstiege und lange Bergabpassagen forderten uns
enorm. Gleichzeitig war es jedoch unser schnellster Streckenabschnitt. Unser schnellster Kilometer des
gesamten MegaMarschs lag sogar in diesem Bereich.
An der Verpflegungsstation wurden die Getränke aufgefüllt, eine Kleinigkeit gegessen und schon machten wir
uns auf den Weg zur vierten Verpflegungsstation bei Kilometer 79.
Die unerwartete Überraschung
Die ersten Kilometer verliefen hervorragend. Wir konnten noch einige Teilnehmer überholen und waren
inzwischen oft nahezu allein auf der Strecke unterwegs.
Dann folgte bei Kilometer 70,5 die unangenehme Überraschung: Laut Streckenführung mussten wir einen
Bach durchqueren. Das Wasser war zwar nicht besonders tief, doch mir war sofort klar, was das bedeutete:
Rund 30 Kilometer mit nassen Schuhen und Füßen.
Widerwillig wateten wir durch das Wasser und setzten unseren Weg mit durchnässten Schuhen fort. Die
Sorge vor Blasen begleitete mich bis zur vierten Verpflegungsstation.
Dort legten wir noch einmal einen kurzen Stopp ein, füllten unsere Getränke auf und machten uns auf die
letzten 21 Kilometer. Beim Verlassen der Halle stellte sich ein großartiges Gefühl ein. Jetzt wusste ich: Das
Ziel ist nicht mehr weit.
Die letzten Kilometer
Die nassen Füße gerieten irgendwann sogar in den Hintergrund. Stattdessen konnten wir noch einmal etwas
Tempo aufnehmen und einige weitere Teilnehmer überholen. Besonders beeindruckend war dabei immer
wieder der Blick auf die beleuchtete Frankfurter Skyline.
Die letzten Kilometer führten entlang der Nidda. Mit jedem Schritt machten sich die Blasen an meiner Ferse
stärker bemerkbar, doch Aufgeben war längst keine Option mehr.
Langsam kündigte sich der neue Tag an und es wurde heller. Das kam gerade rechtzeitig, denn meine
Stirnlampe hätte vermutlich keine Viertelstunde mehr durchgehalten.
Gegen 7 Uhr morgens erreichten wir schließlich überglücklich das Ziel.
Das selbst gesteckte Ziel von unter 20 Stunden hatten wir geschafft.
Die reine Bewegungszeit betrug 16:52 Stunden, die Gesamtzeit inklusive aller Pausen 18:43 Stunden.
Am Ende standen 99,3 Kilometer und 1.431 Höhenmeter auf der Uhr. Von insgesamt 1.448 Starterinnen und
Startern erreichten 775 das Ziel.

Fazit
Ein großes Dankeschön geht an Marc, der über die gesamte Distanz das Tempo vorgab, mich motivierte und
mich immer wieder nach vorne zog.
Der MegaMarsch Frankfurt ist eine tolle Veranstaltung, bei der man seine körperlichen und mentalen Grenzen
ausloten und sogar über sich hinauswachsen kann. Allerdings sollte man eine solche Herausforderung
keinesfalls unterschätzen. Eine gute Vorbereitung ist unverzichtbar, denn gerade die mentale Belastung über
eine so lange Zeit ist enorm.
Am Ende bleibt vor allem eines: die Gewissheit, etwas geschafft zu haben, das man sich vorher kaum
vorstellen konnte.
